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Das aktuelle Buch von Frau Weise und Herrn Zeidler


       

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09

Christopher Coake „Bis an das Ende der Nacht“


 

Zugegeben, ich liebe Kurzgeschichten. Im letzten Jahr bekam ich das Debüt von Christopher Coake geschenkt und ich habe lange nicht mehr so gute Kurzgeschichten gelesen. Beim Lesen dieser Geschichten werden Sie vergessen zu atmen stand recht deplaziert auf dem Cover. Dennoch muss ich Nick Hornby recht geben. Diese Geschichten sind schon ziemlich atemraubend. Sie sind intensiv, packend und von einer ungeheuren Tiefe. Selbst das eine oder andere Klischee kann ich dem Autor verzeihen.


  Christopher Coake. Bis an das Ende der Nacht. Goldmann (2006)


08

Tad Williams „Otherland“


 

Ich hab es geschafft. Endlich. Ich habe Otherland gelesen. Diese Buch sprengt alle Dimensionen. Im Vergleich zu Otherland ist Der Herr der Ringe der reinste Spaziergang. Aber eine Reise durch Otherland lohnt sich. Man sollte nur auf einiges gefasst sein bzw. ein paar notwendige Reisevorbereitungen treffen: 1. sollte man Bücher mögen, die mehr als 1000 Seiten haben und Geschichten, die in vier Bänden erzählt werden. Deshalb benötigt man 2. eine bis zwei Wochen Urlaub - je nach individueller Lesegeschwindigkeit. 3. Auf jeden Fall braucht man gute Nerven, weil man sonst vor lauter Spannung die Nerven verliert. Mir ist es unbegreiflich, wie man die Bücher einzeln lesen konnte, um dann wieder ein Jahr lang auf den nächsten Band zu warten. Und 4. ist es notwendig, dass man bei sehr ausführlichen Schilderungen, vielschichtigen (und vielen) Handlungssträngen und einer fast unüberschaubaren Anzahl an Protagonisten den Überblick behalten kann.


  Tad Williams. Otherland. Klett-Cotta. (2004)


07

Oskar Panizza „Die Menschenfabrik“


 

Unter dem Hintergrund aktueller Gentechnik-Debatten und Klonforschung ist das Stück „Die Menschenfabrik“ aus dem Jahre 1890 brisanter und erschreckender denn je. Panizza hat ein groteskes Horrorszenario erschaffen, das an Autoren wie Kafka und Huxley, E.T.A. Hoffmann (dem diese Geschichte gewidmet ist) und Orwell erinnert.
Ein Wanderer sucht Schutz vor Unwetter und Dunkelheit. Doch hinter der bereitwillig geöffneten Tür eines großen Gebäudes findet er einen Ort ungeahnten Schreckens: eine Fabrik, die Menschen herstellt.
Leopold Hermann Oskar Panizza wurde 1853 in Bad Kissingen geboren, arbeitete als „Irrenarzt“ und Schriftsteller und starb 1921 in Bayreuth in einer Nervenheilanstalt. Noch heute gilt er als schwieriger Zeitgenosse und ewiger Provokateur, der in aggressiver Polemik Kirche und Staat verspottete.
Die lange vergessene Geschichte ist 2001 im Audio-Verlag in einer grandiosen Hörbuchfassung mit der Begleitmusik des Kölner Musikers, Malers und Klangakrobaten Schlammpeitziger erschienen.


  Oskar Panizza. Die Menschenfabrik. Der Audio Verlag. (2001)

  Die Menschenfabrik
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06

Terry Pratchett „Discworld - Die Scheibenwelt“


 

 

 

Die Scheibenwelt wird von den vier Elefanten Berilia, Tubul, Groß-T'Phon und Jerakeen getragen, die wiederum auf dem Rücken der Schildkröte Groß-A'Tuin stehen. Und dieses doch recht ungewöhnliche Gebilde fliegt dann auch noch als Himmelskörper durch die unendlichen Weiten des Weltraums.
Was soll man damit anfangen? Eine Menge. Denn in den bislang 32 erschienenen Büchern
von Terry Pratchett verbergen sich wundervoll erzählte Geschichten, in denen der aufmerksame Leser interessante Bezüge zu unserer Rundwelt entdecken kann.


  Die Chronologie der Scheibenweltromane
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  Es ist nicht einfach eine ideale Lesereihenfolge für die Scheibenweltromane zu empfehlen. Auf jeden Fall muß man sie nicht unbedingt chronologisch lesen. Ein guter Ansatz ist, die Bücher thematisch zu lesen (Hexen, Rincewind, Tod, Wache). Ich würde mit den Hexenbücher beginnen.

  Eine recht gelungene Übersicht findet man im L-Space Web
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05

Luke Rhinehart „Der Würfler“


 

Der 32jährige erfolgreiche Psychoanalytiker Luke Rhinehart ist von seinem Leben gelangweilt. Seine Familie, sein Beruf und sein eigenes Denken erscheinen ihm wie die endlose Variation des immer gleichen Themas. In diesem Stadium entdeckt er eines Tages den Würfler in sich. Als er nach einem Pokerabend mit Kollegen aufräumt, sieht er, dass ein Würfel unter einer Karte liegt. Und plötzlich kommt ihm der Gedanke, dass er seine Nachbarin (und Frau seines Kollegen) vergewaltigen wird, wenn der Würfel eine 1 zeigt. Das Unwahrscheinliche tritt ein und als Luke eine knappe dreiviertel Stunde später wieder in seiner Wohnung steht, fühlt er sich ungemein erleichtert. Von nun an würfelt Luke jede Entscheidung aus und kommt so in den Genuss, völlig sinnlose Dinge zu tun und ganz neue Seiten an sich zu entdecken. Er sieht sich als Marionette des Würfels und fühlt sich deshalb jeglicher Verantwortung für sein unkonventionelles bis kriminelles Handeln enthoben. Nach und nach kommt er zu dem Schluss, dass jeder Mensch unendlich viele Persönlichkeiten in sich hat, die nur durch „das Würfeln“ an die Oberfläche gelangen. Daraus entwickelt Luke Rhinehart die Würfeltherapie, mit der jeder die Chance bekommt, der Langeweile zu entkommen und Dinge auszuprobieren, die für ihn undenkbar gewesen wären. Die Konsequenzen dieses Weges sind überraschend, witzig und schockierend und inspirieren den Leser dazu, das Würfeln ab und an als praktische Entscheidungshilfe einzusetzen.


  Luke Rhinehart. Der Würfler. Ullstein. (2000)


04

James Joyce „Finnegans Wake“


 

flußwärts, vorbei am EvAdam, von der krümmung der küste zur biegung der bucht, bringt uns durch ein commodius vicus des umkreislaufs zurück zu Howth Castle und Umgebung. Sir Tristram, libesd'ieb, v'über der kurzen see, kam weitereisender von Nordarmorika rückan auf dieser seite der ruppigen meerenge von Kleineuropa seinen halbpimmsel krieg breitzukämpfen: weder hatten topsawyers felsen vom strom Ozonee ihrersolbst zu Laurens County graußartig übertrieben während sie zwhaifand ihre mumpfter dauernd gingen: weder einstimme von anfeuer unterzt misch misch zu tofftoff erzerbatrick: noch nicht, doch kehrbbald nachsehr, hatte ein kindskads einen blanten alten isaak geknarscht: noch nicht, obwohl alles gut ist in vanessie, waren die susen schwastern werr mit zwein nathundjoe. Eine randvoll papas malz hatten Jhem oder Shen gebraut bei bogenlicht und raureichem ende zu der aufbraue war irgendring an der wasserflatze zu sehen ...


  James Joyce. Finnegans Wake. Suhrkamp. (1989)

  Gedanken zu Finnegans Wake
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03

Irvin D. Yalom „Und Nietzsche weinte“


 

Irvin D. Yalom lädt in diesem Buch zu einem eindrucksvollen Gedankenexperiment ein: Der Philosoph Friedrich Wilhelm Nitzsche als Geburtshelfer der Psychotherpie. Und Nietzsche weinte ist eine fiktive Geschichte mit real existierenden Personen (Friedrich Wilhelm Nietzsche, Joseph Breuer, Lou Andreas-Salomé, Sigmund Freud und Bertha Pappenheim), die aber genau so hätte passieren können. Für den Interessierten: Nietzsche weint ab Seite 415 unten.


  Irvin D. Yalom. Und Nietzsche weinte. Piper. (2001)


02

Elias Canetti „Der Ohrenzeuge - Fünfzig Charaktere“


 

Canetti erweitert die Modelle psychologischer Charakterforschung um seine fünfzig scharfsinngen Charakterbeschreibungen (Die Silbenreine, Der Namenlecker, Der Lobsammler, Die Pferdedunkle, Der Tückenfänger, Die Granitpflegerin) in „Der Ohrenzeuge - Fünfzig Charaktere“. Ein brilliantes Buch, dass es auch in einer sehr schönen Hörbuchfassung (Kein & Aber Verlag, Sprecher: Elke Heidenreich und Konrad Beikircher) gibt. Prädikat: sehr zu empfehlen.


  Elias Canetti. Der Ohrenzeuge - Fünfzig Charaktere. Fischer. (1974)

  Der Ohrenzeuge
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01

Samuel Shem „Mount Misery“


 

Diese Buch ist ein absolutes Muss für alle, die sich für Psychiatrie interessieren. Ein scharfsichtiger, provokanter Blick auf die Welt der Psychiatrie. Samuel Shem (hinter diesem Pseudonym verbirgt sich der Psychiater Dr. Stephen Bergman) schickt seinen Protaginosten Dr. Roy Basch auf eine spannend skurile Ausbildungs-Odyssee durch die Stationen der renomierten psychiatrischen Klinik Mount Misery.


  Samuel Shem. Mount Misery. Fischer. (1998)

  Die Gesetze von Mount Misery
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